Wichtige Hinweise von unserem Torhütertrainer Yvo Fontana

Liebe Kollegen/innen

Als Erstes möchte ich mich herzlich bei Allen bedanken, vor allem bei Guido Wildhaber und Markus Hubacher, für die enorme Wertschätzung, welche mir und meiner Arbeit beim FC Kerzers immer wieder entgegen gebracht wird. Vielen Dank auch allen Torhütern für den regelmässigen Trainingsbesuch und das gute Mitmachen. Es macht wirklich sehr viel Freude bei diesem Verein als Torhütertrainer tätig zu sein.
In der Vorrunde der Saison 2017/18 hatte ich 19 Torhüter, welche zu mir ins Training kamen. Die Aktiven kamen jeweils in den Genuss von 2 Trainings-einheiten pro Woche und die übrigen Torhüter hatten 1x wöchentlich Torhütertraining. Trotzdem wir Trainings wegen schlechtem Wetter absagen mussten, absolvierte ich 70 Trainingseinheiten zu  je 1 Stunde. Am meisten Trainings bei den Aktiven absolvierte Matti Kuuse (18 von 20 Trainings) und bei den übrigen Torhütern waren es Leoni Gschwind, Cedi Schmitz und Yann Glauser (9 von 10 Trainings).
Neulich habe ich folgendes Beschreibung gelesen: „Der Torhüter hat ein ähnliches Schicksal wie die Hausfrau. Wenn er etwas richtig macht, bekommt er kein Lob, macht er dagegen nur den geringsten Fehler, ist der Ärger sicher.“ Na ja, so schlimm ist es zum Glück jeweils nicht. Aber dennoch sollten Mannschafts-verantwortliche und Spieler öfters auch ihren Schlussmann/ bzw. –frau loben, bei guten und sicheren Interventionen. Denn oftmals geht das ein wenig verloren, weil man es als selbstverständlich anschaut, dass der Torhüter die Bälle abwehrt und auch Fehler seiner Vorderleute ausbügelt. Ein Stürmer bspw. kann unzählige Fehler während dem Spiel begehen, ohne dass daraus grosse Konsequenzen entstehen. Schiesst er dann auch noch kurz vor Schluss das entscheidende Tor, dann ist er sowieso der Beste. Als Torhüter jedoch kann jeder Fehler ein Gegentor bedeuten, weshalb seine Position nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Wenn ich bspw. ein Anforderungsprofil für einen guten Torhüter aufstellen müsste, dann würde das in etwa so lauten:
Technik:
Saubere flache und hohe Bälle fangen und abwehren
Verfügt über eine gute Sprungkraft
Verfügt über gutes Zweikampfverhalten
Guter Fussballspieler (Rückpassregelung)



 
Taktik:
Stellungsspiel bei Torschüssen aus diversen Distanzen und Positionen
Stellungsspiel bei Standardsituationen
Strafraumbeherrschung
Spielauslösung mal schnell mal verzögert
Dirigieren seiner Vorderleute
Sich selbst als ersten Angreifer sehen = aktiv mitspielen

Kondition:
Beweglichkeit / Gewandheit
Schnelligkeit (Aktions- und Reaktionsschnelligkeit)
Grundausdauer
Körperliche Fitness

Psyche:
Motivation und positive Einstellung
Konzentrationsfähigkeit
Mut-/Risikobereitschaft
Durchsetzungsvermögen
Selbstsicherheit

Das sind wirklich eine ganze Menge an Anforderungen und Erwartungen, die auf einen Torhüter zukommen. Deshalb sollten wir uns immer wieder bewusst werden, dass der Torhüter nach wie vor eine besondere Stellung innerhalb der Mannschaft einnimmt.
Deshalb auch meine Bitte an die Trainer und Mitspieler:
–         SeinenTorhüter auch öfters loben für gute Aktionen
–         Seinen Torhüter unterstützen und aufbauen bei Fehlern, zugestehen, dass auch ihm Fehler passieren können
–         Breitensport soll für alle Sportbegeisterten Platz bieten. Nicht jeder Torhüter bringt gleich viel Talent mit. Die Bereitschaft sich ins Tor zu stellen, ist nicht selbstverständlich
–         Freude kommt vor Leistung. Ohne Freude im Sport kann ich auch keine Leistungen erbringen, auch als Torhüter nicht.


Indem eure Torhüter regelmässig das wöchentliche Torhütertrainig besuchen, zeigen sie, dass sie gewillt sind, sich stetig zu verbessern, zu lernen, und sich weiter zu entwickeln. Darum sollten wir ihnen auch die notwendige Wertschätzung entgegen bringen. Und wenn die Torhüter eure volle Unterstützung spüren, dann werden sie auch alles dafür tun, um euch und der Mannschaft ein wichtiger Rückhalt zu sein.

Yvo Fontana
Torhütertrainer FC Kerzers