Kerzers I – Ursy I 1-1

Ein leistungsgerechtes Unentschieden

Kurt Ming

Im Nachtragsspiel aus der Vorrunde trennten sich Kerzers und Ursy gestern mit einem gerechten 1:1-Remis. Sie konnten so den Abstand zu 2.-Liga-Leader Romont nicht verkleinern. Beide schön herausgespielten Tore fielen erst in der zweiten Halbzeit.

Nach drei Spielen im neuen Jahr ist die Bilanz der Seeländer mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage ausgeglichen, was auf den ersten Blick nicht schlecht ist, aber nicht ganz den Ansprüchen der Klubleitung entspricht. Allerdings traf man gestern Abend auf ein spielstarkes Ursy, das sich den Punkt mit einer guten Leistung redlich verdiente. Der Gastgeber hatte wohl über die gesamte Spielzeit eher mehr und die besseren Möglichkeiten, konnte aber davon nicht optimal profitieren. Entweder agierten die Roten vor dem gegnerischen Tor zu ungenau, oder aber der junge Gästekeeper Simon Monney (23) hielt seine Mannschaft mit guten Paraden im Spiel. Ursy konnte die nicht unverdiente Führung des Heimteams aus der 53. Minute schon sechs Minuten später ausgleichen. In der Schlussphase hatte das heimstarke Kerzers noch genug Möglichkeiten auf den Sieg, reüssierte aber nicht mehr.

Torlose erste Halbzeit

Ursy und Kerzers gelten eigentlich als offensiv spielende Mannschaften, trotzdem zeigte die Matchuhr zur Pause noch ein 0:0 an. Bei den See­ländern hätte vor allem der schlaksige Mittelfeldspieler Roman Zesiger das Führungstor erzielen müssen. Zweimal flogen seine Lobs jedoch am Tor vorbei, und einmal konnte Monney reflexartig zum Eckball klären. Die Gäste aus dem Glanebezirk hatten im ersten Umgang Mühe, zu grossen Chancen zu kommen, denn die Kerzers-Abwehr um die Gebrüder Kaltenrieder stand gut. Bei einem der seltenen Konter von Ursy konnten Florian und Simon Panchaud – ebenfalls Brüder; mit Bastien Panchaud stand sogar ein dritter Bruder im Team – nicht reüssieren. Weil Kerzers lange Zeit nur mit einer Sturmspitze spielte, kam die Hauptgefahr in der ersten Halbzeit vor allem aus dem etwas übervölkerten Mittelfeld.

Zwei schnelle Tor nach der Pause

Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel kam dann auch Ursy zu einer guten Möglichkeit: Loic Demierres Lob zischte jedoch wie die Versuche von Zesiger am Tor vorbei, ein klassischer Goalgetter wie der verletzte Marc Rotzetter hätte aus solchen Situationen sicher getroffen. Zwei Tore sahen die Zuschauer bei frühlingshaften Bedingungen dann vor Ablauf der ersten Stunde doch noch: In der 53. Minute köpfte Kushtrim Azizi nach einem Corner aus nächster Distanz das Leder unhaltbar in die Maschen. Die Freude im Lager der Kerzerser war jedoch von kurzer Dauer, nur sechs Minuten später konnte Ursy ein bisschen gegen den Spielverlauf ausgleichen. Nach einem gekonnt vorgetragenen Angriff über die rechte Seite, konnte Florian Panchaud eine präzise Flanke von Demierre am machtlosen Matti Kuuse vorbei einnicken. Kuuse bekam diesmal wieder den Vorzug vor Michel Siffert, der bei der unglücklichen 0:1-Niederlage in Marly noch das Tor gehütet hatte.

Wie eingangs erwähnt machten die Seeländer in der letzten halben Stunde eigentlich mehr Druck und hatten durch ihren Stürmer Marem Ajdaroski noch zwei Chancen, doch noch zum Sieg zu kommen. Einmal traf der flinke Stürmer das Tor nicht, und einmal konnte Monney mit einer Fussabwehr zur Seite abwehren. Trotz der Her­einnahme eines weiteren Offensivspielers bei Kerzers blieb es dann beim gestellten Gang, der beiden Mannschaften im Kampf um den Titel allerdings wenig weiterhilft. Romonts Vorsprung auf Ursy beträgt nun bereits acht Punkte. Eine Niederlage hatte aufgrund des Einsatzes aber auch niemand in diesem rassigen und guten 2.-Liga-Spiel verdient.

Telegramm

Kerzers – Ursy 1:1 (0:0)

Erli: 140 Zuschauer. – SR Logon Berchier.

Tore: 53. Azizi 1:0, 59. F. Panchaud 1:1.

FC Kerzers: Kuuse; Spycher (70. Moser), V. Kaltenrieder, M. Kaltenrieder, Moser; Hubacher; Stoll, Zesiger, Azizi, Gruber; Ajdaroski.

FC Ursy: Monney; B. Panchaud, Schrago, Pittet, Moreira; S. Panchaud, Maternini, Mottier (66. Conus), Ramqaj (89. Zenawi); F. Panchaud, Demierre (75. Crausaz).