Kerzers eine Klasse besser

Ein bemühtes, aber limitiertes Bösingen hat gegen Kerzers mit 1:4 verloren. Den Unterschied machten die überragenden Marem Ajdaroski und Marc Rotzetter.

Nach der Pause kam in diesem Deutschfreiburger Derby plötzlich doch noch Spannung auf: Einen weiten Einwurf verlängerte Lukas Brügger per Kopf auf Thomas Klaus, der auf dem zweiten Pfosten zum 1:2 einnetzte. Kerzers wurde so für seine Passivität bestraft, der Anschlusstreffer war verdient. Aus der Ruhe liessen sich die Seeländer aber nicht bringen: In der 54. Minute verschaffte sich Marc Rotzetter mit einem Dribbling Platz und flankte scharf in den Strafraum, wo Maximilian Schulz mit einem Kopfball zum 1:3 verwertete. Der Zweitorevorsprung war wieder hergestellt und der Widerstand des Heimteams gebrochen. Mit schnellen Pässen in die weiten Lücken der hoch stehenden Bösinger Abwehr konnte Kerzers immer wieder die schnellen Stürmer in Szene setzen, die ein ums andere Mal alleine auf Torhüter Andy Reinhardt zulaufen konnten. So auch in der 77. Minute, als Rot­zetter mit einem Lupfer den Treffer zum Endresultat erzielte.

Kerzers mit Blitzstart

Dass Bösingen, das mit einer sehr jungen Mannschaft auflief – Lars Tschannen und Fabio Keller sind gerade erst 17 Jahre alt geworden und spielten beide durch –, klar verlor, lag aber vor allem am Beginn der Partie, den man komplett verschlief. Es waren gerade mal fünf Minuten gespielt, als Marem Ajdaroski am Strafraum seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen liess und trocken in die untere Ecke einschoss. Kerzers war leichtfüssiger, gewann fast alle Zweikämpfe und fand mit langen Bällen hinter die Abwehr der Sensler immer wieder die pfeilschnellen Rotzetter und Ajdaroski. So auch in der 16. Minute: Nach einem leichtfertigen Bösinger Ballverlust wurde Ajdaroski in die Tiefe geschickt und erzielte alleine vor Reinhardt kaltblütig das vorentscheidende 2:0.

Trainer Baumann gefasst

Bösingens Trainer Alain Baumann liess sich nach dem Spiel nicht aus der Ruhe bringen: «Über weite Strecken des Spiels hielten wir gut mit. Die individuellen Fehler aus der verschlafenen Startphase werden gegen einen solchen Gegner halt bestraft. Und dass wir so viele Chancen auslassen, liegt am momentan fehlenden Selbstvertrauen.» In der Tat muss man es den Bösingern hoch anrechnen, dass sie nach dem fatalen Start den Kopf nicht in den Sand steckten. Sie kamen nach zwanzig Minuten besser ins Spiel und liessen den Ball von hinten heraus bis ins Mittelfeld gut laufen. Dann fehlten aber oft die Geduld und Ruhe für den entscheidenden letzten Pass. Dennoch erspielten sie sich mehrere gute Chancen: In der 19. Minute scheiterte Fabio Keller alleine vor Torhüter Matti Arne Kuuse, und der auffällige Thomas Klaus sündigte mit einem Kopfball und einer Direktabnahme aus besten Positionen sogar zwei Mal im Abschluss.

Telegramm

Bösingen – Kerzers 1:4 (0:2)

Sportplatz Bösingen – 150 Zuschauer. SR Terrapon. Tore: 6. Ajdaroski 0:1; 16. Ajdaroski 0:2; 46. Klaus 1:2; 54. Schulz 1:3; 77. Rotzetter 1:4.

FC Bösingen: Reinhardt; Hagen, Zwahlen, Brügger (67. Müller), Ledermann (46. Sejdini); Keller, Tschannen, Gutknecht, Baeriswyl (25. Thomy); Klaus, Stettler.

FC Kerzers: Kuuse; Spycher, V. Kaltenrieder, M. Kaltenrieder, Schulz; Moser, Weber (78. Cloux), Zesiger, Goncalves (67. Kübler); Ajdaroski (76. Forster), Rotzetter.