Das 3 unentschieden von Kerzers I

In einer fairen, aber nur phasenweise guten 2.-Liga-Partie trennten sich Kerzers und Überstorf im Deutschfreiburger Duell torlos unentschieden. Kurz vor der Pause hatten die gastgebenden Seeländer bei einem Lattenschuss Pech.

Die zwei gut in die Meisterschaft gestarteten Teams begannen diese Partie mit viel Zug nach vorne. Mit langen Pässen in die Tiefe wurde versucht, Tempo ins Spiel zu bringen. Und da die Pässe insbesondere bei den Senslern auch ankamen, verzeichneten sie in der Startphase entsprechend gute Offensivaktionen. So musste Kerzers-Hüter Kuuse bereits nach acht Minuten mit einer beherzten Faustabwehr klären. Aber auch Kerzers versteckte sich nicht und kam seinerseits wenige Minuten später zu einer guten Abschlussmöglichkeit: Ajdaroski traf die Hereingabe jedoch mit dem Kopf nicht ideal, und auch Überstorfs Hüter Aebischer war zur Stelle. So ging es abwechselnd hin und her, ohne dass eines der Teams wirklich zu guten Abschlüssen kam. Und nach zwanzig Minuten flachte das Spiel zunehmend ab. Insbesondere bei Überstorf mehrten sich nun die Abspielfehler. So kamen die Platzherren besser ins Spiel und waren mehr in Ballbesitz. Allerdings wussten auch sie lange Zeit wenig mit dem Ball anzufangen. Als der Schiedsrichter bereits seine Uhr konsultierte, um den Pausenpfiff zu geben, wären die Seeländer um ein Haar zum Führungstreffer gekommen: Zesigers Knaller aus der Distanz landete aber nur an der Torumrandung.

Kaum Torszenen

Zur zweiten Halbzeit stellte Kerzers-Coach Flühmann sein Team leicht um, und tatsächlich gehörte die zweite Halbzeit klar den Einheimischen, die weitgehend die Partie bestimmten. Allerdings konnte man ihre wirklich gefährlichen Torchancen trotzdem an wenigen Fingern abzählen. So verzog Gonçalves nach einer Stunde aus guter Position kläglich, nur Augenblicke später rettete Aebischer, als er einen Distanzschuss von D. Moser über die Latte hob. Kerzers-Hüter Kuuse dagegen musste nicht mehr oft eingreifen. Einzig bei einem harten Schuss Fasels musste er sich strecken. Trotz der optischen Überlegenheit Kerzers’ tauchten die Seeländer nur äusserst selten gefährlich vor dem Überstorfer Tor auf. Zu umständlich stellten sie sich jeweils auf den letzten Metern vor dem Strafraum an. Oder verpassten just den richtigen Moment der Ballabgabe. Überstorfs Verteidigung und Hüter Aebischer blieben somit immer Herr der Lage – und in den wenigen Ausnahmefällen konnten sie sich auf die Abschlussschwäche der Kerzerser verlassen.

Logischerweise war Kerzers-Trainer Marc Flühmann mit dem Resultat nicht wirklich zufrieden: «Wir hätten sicher heute gewinnen müssen, wir machten mehr für das Spiel. Aber wir agierten immer wieder zu umständlich oder verpassten den richtigen Moment, um den Pass zu spielen.» Positiv sei sicher, dass sein Team weiterhin ungeschlagen bleibe und aus dem Spiel heraus noch nicht bezwungen wurde. «Aber mit diesen Unentschieden kommen wir natürlich auch nicht wirklich weiter», meinte Flühmann. Sein Gegenüber Stefan Brülhart sah den Spielverlauf ähnlich: «Wir hätten uns sicher nicht beklagen können, hätten wir hier keinen Punkt ergattert. Nach ansprechendem Beginn bauten wir unerklärlich ab. Normalerweise wird ein solches Nachlassen bestraft.» Er zollte insbesondere seiner Innenverteidigung und dem Torhüter Respekt für die gute Leistung: «Kerzers spielte einige sehr gute Pässe in die Tiefe, die uns einiges an Arbeit bereiteten.»

Telegramm

Kerzers – Überstorf 0:0

Erli. 100 Zuschauer. SR: Kevin Auderset.

FC Kerzers:Kuuse; Forster, Spycher, Kaltenrieder; P. Moser (72. Tanner), Weber, Stoll, Zesiger (62. Azizi), D. Moser, Gruber (46. Gonçalves); Ajdaroski.

FC Überstorf:Aebischer; Gasser, Spicher, Boillat, Schmutz; J. Jungo, Baeriswyl (51. Perler), Schumacher (58. Zurlinden), Küpfer (83. Waeber); Fasel, S. Jungo.

Autor: markus rudaz FN